Es ist Anfang April. Ostern. Und ich stehe hier oben, knietief im Neuschnee, Sonne im Gesicht, und schaue ins Tal runter. Kein Mensch weit und breit. Die Pisten sind leer, der Schnee ist frisch, und ich frage mich zum hundertsten Mal: Warum nützen das nicht mehr Leute?
Die Saison, die keiner kennt
Wenn du „Skiurlaub" sagst, denken die meisten an Weihnachten, Faschingsferien, vielleicht noch Februar. Die Hochsaison eben. Volle Pisten, Wartezeiten am Lift, Reservierungspflicht in jeder Hütte. Das ist für viele Skifahren — und genau deshalb hören sie Mitte März auf.
Was sie verpassen, ist die beste Zeit.
Ab Mitte März passiert etwas im Montafon: Die Tage werden spürbar länger, die Sonne steht höher, und die Massen sind weg. Die Pisten gehören dir. Nicht theoretisch — wirklich. Du stehst morgens am Lift und bist unter den Ersten. Kein Anstehen, kein Gedränge, kein Stress.
Firn oder Powder — du gewinnst so oder so
Das Schöne am Spätwinter: Du bekommst zwei völlig verschiedene Erlebnisse, je nachdem was das Wetter macht.
An sonnigen Tagen bildet sich Firn — dieser griffige, sulzige Schnee, der sich anfühlt, als würdest du über Samt carven. Vormittags noch hart, ab Mittag perfekt. Du fährst breite Schwünge in der Sonne und fragst dich, warum du das nicht jedes Jahr so machst.
Und dann gibt es Tage wie heute. Ostern 2026. Neuschnee. Richtig viel Neuschnee. Powder im April — das klingt für viele unrealistisch, ist aber genau das, was gerade passiert. Frische Spuren im Tiefschnee, während andere daheim Ostereier suchen.
Die perfekte Zeit für Skitouren
Wenn du Skitouren gehst oder es mal ausprobieren willst: Das ist dein Fenster. Die Bedingungen im Spätwinter sind ideal. Stabile Schneedecke, gute Sicht, längere Tageslichtstunden für ausgedehnte Touren. Und das Montafon hat Routen für jeden Level — vom Einsteiger bis zum ambitionierten Bergsteiger.
Morgens früh starten, in Ruhe aufsteigen, oben den Ausblick genießen, und dann eine Abfahrt durch unverspurten Schnee, die du nie vergisst. Ohne Hektik, ohne Zeitdruck, ohne zwanzig andere Tourengeher auf der gleichen Spur.
Après-Ski ohne Après-Stress
Und nach dem Skifahren? Da sitzt du auf der Terrasse der Nova Stoba, Sonne im Gesicht, Getränk in der Hand, und schaust auf die Berge. Kein Kampf um Sitzplätze, keine Schlagermusik in voller Lautstärke — einfach genießen. So soll das sein.
Die Stimmung im Spätwinter ist eine andere. Entspannter, ehrlicher, langsamer. Die Leute, die jetzt noch da sind, sind die echten Wintermenschen. Die, denen es um den Berg geht und nicht um den Instagram-Post. Du merkst den Unterschied sofort.
Warum ich das nicht verstehe
Ich sag's ehrlich: Ich verstehe nicht, warum nicht mehr Winterenthusiasten diese Zeit nützen. Du bekommst alles, was die Hochsaison bietet — nur besser. Bessere Bedingungen, mehr Platz, mehr Ruhe. Dazu oft günstigere Unterkünfte und keine ausgebuchten Restaurants.
Vielleicht ist es Gewohnheit. Vielleicht glauben die Leute, ab März sei der Schnee weg. Ist er nicht. Zumindest nicht hier oben. Die Silvretta Montafon hat Höhenlage, die Nordhänge halten bis Saisonende. Und wenn dann noch so ein Ostern-Dump kommt wie dieses Jahr — dann ist es einfach perfekt.
Mein Tipp
Wenn du nächstes Jahr überlegst, wann du zum Skifahren kommst: Denk mal über Mitte März nach. Oder Ostern. Oder die letzte Woche der Saison. Du wirst überrascht sein, wie viel Montafon du plötzlich für dich alleine hast.
Und wenn du abends zurückkommst in die Monika, Skischuhe aus, rein ins Apartment, Balkon auf — dann weißt du, warum das hier die beste Zeit des Jahres ist. Zumindest für mich.